Shimano-105-Schaltung einstellen und Schaltprobleme beheben

Juergen Köster

Juergen Köster

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12. Juni 2026

Hand stellt Shimano 105 Schaltwerk ein. Präzise Justierung für reibungsloses Schalten.

Wenn die Kette an der Shimano-105-Schaltung rattert, Gänge überspringt oder vorne nicht sauber auf das große Kettenblatt steigt, liegt die Ursache oft nur in einer kleinen Abweichung. Ich zeige dir, wie du mechanische und elektronische 105-Systeme richtig einstellst, welche Schraube wofür zuständig ist und wann nicht die Justage, sondern Verschleiß oder ein verbogenes Schaltauge das Problem verursacht.

Saubere Schaltvorgänge beginnen mit der richtigen Reihenfolge

  • Erst prüfen: Schaltauge, Züge, Kette und Kassette müssen in Ordnung sein.
  • Mechanische Schaltung: Zuerst Schaltwerk, danach Umwerfer einstellen.
  • H-, L- und B-Schraube: Sie begrenzen den Weg und bestimmen den Abstand zur Kassette.
  • Shimano 105 Di2: Die Feineinstellung erfolgt über den Einstellmodus und E-TUBE.
  • Ergonomie: Bremshebel und Schaltgriffe sollten sich aus jeder Griffposition sicher bedienen lassen.

Hand stellt Shimano 105 Schaltwerk ein. Präzise Justierung für reibungsloses Schalten.

Shimano-105-Schaltung richtig einstellen

Bevor du an einer Schraube drehst, kläre die Generation. Eine ältere 105 R7000 arbeitet meist mechanisch mit 11 Gängen, die R7100 gibt es mechanisch mit 12 Gängen und die R7150 Di2 schaltet elektronisch mit 12 Gängen. Die grundsätzliche Logik ist ähnlich, die genauen Abstände und Einstellschritte können sich aber unterscheiden.

Für die mechanische Variante brauchst du in der Regel einen 2-mm- oder 2,5-mm-Inbusschlüssel, einen passenden Kreuzschlitzschraubendreher, eventuell eine Zange für den Schaltzug und einen Montageständer. Ohne Montageständer funktioniert es ebenfalls, allerdings musst du das Hinterrad sicher anheben und die Kurbel von Hand drehen können.

Erst den Fehler eingrenzen

Springt die Kette nur auf einzelnen Ritzeln, ist häufig die Zugspannung falsch. Wandert sie über das größte oder kleinste Ritzel hinaus, muss der Endanschlag kontrolliert werden. Kommt die Kette trotz vieler Korrekturen nicht sauber auf alle Gänge, denke ich zuerst an ein verbogenes Schaltauge, einen geknickten Zug oder verschlissene Antriebsteile.

Problem Wahrscheinliche Ursache Erster Prüfschritt
Kette steigt schwer auf größere Ritzel Zugspannung zu gering Feineinstellschraube leicht gegen den Uhrzeigersinn drehen
Kette fällt nicht sauber auf kleinere Ritzel Zugspannung zu hoch oder Zug schwergängig Zugspannung schrittweise verringern
Kette fällt hinter die Kassette L-Anschlag zu weit geöffnet L-Schraube in kleinen Schritten korrigieren
Kette rutscht über das kleinste Ritzel hinaus H-Anschlag falsch eingestellt Leitrolle und kleinstes Ritzel fluchten lassen
Alle Gänge bleiben unpräzise Schaltauge, Kette oder Kassette verschlissen Bauteile auf Fluchtung und Verschleiß prüfen

Ich stelle nie eine verschmutzte oder beschädigte Schaltung ein. Ein Tropfen Öl am Schaltzug hilft nicht, wenn die Außenhülle gequetscht ist. In diesem Fall ist ein neuer Zug mit neuer Außenhülle meist die schnellere und dauerhaftere Lösung.

Das Schaltwerk in der richtigen Reihenfolge justieren

Das hintere Schaltwerk wird immer vor dem Umwerfer eingestellt. Shimano nennt dafür drei Bereiche: Endanschläge, Zugspannung und B-Schraube. Verstellst du alles gleichzeitig, weißt du am Ende nicht mehr, welche Änderung den Fehler verursacht hat.

1. H-Anschlag am kleinsten Ritzel

Schalte hinten auf das kleinste Ritzel und nimm möglichst jede Zugspannung heraus. Die obere Leitrolle des Schaltwerks soll nun genau unter dem kleinsten Ritzel stehen. Mit der H-Schraube begrenzt du den äußeren Weg.

Drehst du die H-Schraube im Uhrzeigersinn, bewegt sich das Schaltwerk bei den üblichen Shimano-Rennradmodellen nach innen. Drehe immer nur etwa eine Viertelumdrehung und kontrolliere danach die Stellung. Die Kette darf nicht am Rahmen schleifen, soll aber auch nicht über das kleinste Ritzel hinauslaufen.

2. Zugspannung fein einstellen

Schalte bei laufender Kurbel vom kleinsten auf das nächstgrößere Ritzel. Steigt die Kette nur zögerlich oder gar nicht hoch, fehlt meist Zugspannung. Drehe die Rändelschraube am Schaltwerk oder Schalthebel in kleinen Schritten gegen den Uhrzeigersinn, etwa eine Viertel- bis halbe Umdrehung pro Versuch.

Danach prüfst du den gesamten Ritzelbereich. Springt die Kette beim Hochschalten über ein Ritzel oder fällt sie beim Herunterschalten nur widerwillig zurück, ist die Spannung zu hoch. In diesem Fall drehst du die Einstellschraube wieder etwas hinein. Eine gute Einstellung erkennst du daran, dass jeder Gang ohne Rattern und ohne Verzögerung erreicht wird.

3. L-Anschlag am größten Ritzel

Schalte auf das größte Ritzel und drehe die Kurbel langsam weiter. Die Mitte der oberen Leitrolle muss mit der Mitte des größten Ritzels fluchten. Der L-Anschlag verhindert, dass die Kette zwischen Kassette und Speichen fällt.

Drücke das Schaltwerk vorsichtig mit der Hand weiter nach innen. Es darf sich nicht so weit bewegen, dass die Kette hinter das größte Ritzel gelangt. Dieser Test ist besonders nach einem Laufradwechsel sinnvoll, weil eine falsch eingesetzte Steckachse oder ein nicht vollständig sitzendes Laufrad die Schaltposition beeinflussen kann.

4. B-Schraube und Abstand zur Kassette

Mit der B-Schraube stellst du den Abstand zwischen der oberen Leitrolle und dem größten Ritzel ein. Der passende Wert hängt von Schaltwerk und Kassette ab. Bei der 105 Di2 werden beispielsweise für eine 11-34-Kassette etwa 10 mm und für eine 11-36-Kassette etwa 6 mm als Orientierung genannt.

Bei mechanischen Varianten verlasse ich mich nicht auf einen pauschalen Millimeterwert, sondern auf die jeweilige Modellanleitung. Die Kette soll auf dem größten Ritzel ruhig laufen, die Leitrolle darf das Ritzel aber nicht berühren. Ist der Abstand zu klein, dreht man die B-Schraube normalerweise hinein und vergrößert damit den Abstand.

Zum Schluss schaltest du alle Ritzel zweimal durch. Erst wenn das Schaltwerk hinten sauber arbeitet, lohnt sich die Einstellung des vorderen Umwerfers. Dieser Ablauf spart erstaunlich viel Zeit.

Den Umwerfer ohne Schleifen und Kettenabwurf einstellen

Der vordere Umwerfer reagiert empfindlicher als das Schaltwerk. Schon wenige Millimeter bei der Montage entscheiden darüber, ob die Kette auf das große Kettenblatt steigt oder beim kräftigen Antritt schleift. Gerade bei einer 2-fach-105 solltest du deshalb zuerst die Höhe und Ausrichtung kontrollieren.

Montageposition prüfen

Die Unterkante des äußeren Leitblechs sollte ungefähr 1 bis 3 mm über den Zahnspitzen des großen Kettenblatts stehen. Das äußere Leitblech muss außerdem möglichst parallel zu den Kettenblättern verlaufen. Bei einem geklemmten Umwerfer lässt sich das durch Lösen der Befestigung korrigieren, bei Direct-Mount-Modellen ist die Position stärker durch die Montage vorgegeben.

Eine zu große Höhe verschlechtert das Hochschalten. Sitzt der Umwerfer zu niedrig, kann das Leitblech am großen Kettenblatt streifen. Ich kontrolliere die Position immer von oben und von der Seite, statt mich nur auf den Blickwinkel aus der Sitzposition zu verlassen.

Inneren Anschlag und Zugspannung einstellen

Lege vorne das kleine Kettenblatt und hinten das größte Ritzel auf. Zwischen Kette und innerem Leitblech sollte nur ein sehr kleiner Abstand bleiben, ungefähr 0,5 mm ohne Schleifkontakt. Der L-Anschlag begrenzt dabei den Weg in Richtung Rahmen.

Für die Zugspannung schaltest du in die vom Hersteller vorgesehene Einstellposition. Bei vielen mechanischen 105-Modellen helfen Markierungen am Umwerfer dabei, die richtige Grundspannung zu finden. Stimmen die Markierungen nicht überein, korrigierst du die Zugeinstellschraube, bis sie fluchten.

Äußeren Anschlag kontrollieren

Schalte vorne auf das große Kettenblatt und hinten auf das kleinste Ritzel. Die Kette soll gerade frei am äußeren Leitblech vorbeilaufen. Drückst du den linken Schalthebel weiter, darf der Umwerfer die Kette nicht über das Kettenblatt hinaus schieben.

Bleibt die Kette beim Hochschalten auf halbem Weg hängen, liegt das nicht automatisch an der H-Schraube. Häufig ist die Zugspannung zu niedrig oder der Umwerfer steht schief. Erst wenn Montageposition und Zugspannung stimmen, korrigiere ich den äußeren Endanschlag.

105 Di2 über Einstellmodus und Akku prüfen

Bei der 105 Di2 entfallen Schaltzüge und klassische Zugspannungsprobleme. Dafür kommen Akku, Firmware, Verbindung und der elektronische Einstellmodus hinzu. Wenn plötzlich gar kein Gangwechsel möglich ist, prüfst du deshalb zuerst den Ladezustand und die Statusanzeige, bevor du mechanische Einstellungen veränderst.

Für die Feineinstellung schaltest du in der Regel auf ein mittleres Ritzel, aktivierst den Einstellmodus am Schaltwerk und bewegst das Schaltwerk über die Schalttasten in sehr kleinen Schritten. Ziel ist eine Position, in der die Kette ruhig läuft. Anschließend wird der Normalmodus wieder aktiviert und die komplette Kassette durchgeschaltet.

Auch bei Di2 bleiben die Endanschläge und der Abstand zur Kassette mechanische Themen. Die H- und L-Schrauben begrenzen weiterhin den Weg, während die B-Schraube den Abstand der Leitrolle zum größten Ritzel bestimmt. Bei einer neuen Kassette oder einem anderen größten Ritzel muss dieser Bereich erneut kontrolliert werden.

Die E-TUBE-App kann bei der Tastenbelegung, Firmware und Diagnose helfen. Sie ersetzt aber keine korrekte Montage. Ein schiefes Schaltauge oder ein falsch sitzendes Schaltwerk lässt sich nicht per Software wegprogrammieren. Shimano stellt für die einzelnen Modellcodes eigene Handbücher bereit, und genau diese Unterlagen sind bei abweichenden Kassetten besonders hilfreich.

Bremshebel und Griffposition für sichere Kontrolle anpassen

Zur Einstellung einer 105 gehört für mich nicht nur der Antrieb. Gerade auf langen Touren entscheidet die Ergonomie darüber, ob du sicher bremsen und schalten kannst, ohne die Handgelenke zu verdrehen. Die Bremshebel sollten aus den Hoods und aus dem Unterlenker mit leicht gebeugten Fingern erreichbar sein.

Reach der Bremshebel

Mit der Reach-Einstellung veränderst du den Abstand des Bremshebels zum Lenker. Stelle ihn so ein, dass du mit Zeige- und Mittelfinger sicher bremsen kannst, während die Hand locker auf dem Griff liegt. Zu weit außen liegende Hebel zwingen kleinere Hände oft dazu, die Finger zu strecken und die Handfläche vom Lenker zu lösen.

Bei hydraulischen 105-Scheibenbremsen wird der Druckpunkt nicht wie bei einer mechanischen Felgenbremse über eine einfache Zugstellschraube korrigiert. Ein schwammiger Hebel deutet eher auf Luft im System, verschlissene Beläge oder eine notwendige Entlüftung hin. Daran solltest du nicht während einer Tour experimentieren.

Lesen Sie auch: So stellst du den Shimano-Altus-Umwerfer richtig ein

Rim Brake und Scheibenbremse unterscheiden

Bei einer mechanischen Felgenbremse müssen die Beläge vollständig auf der Bremsflanke sitzen und dürfen nicht den Reifen berühren. Bei einer Scheibenbremse kontrollierst du stattdessen den korrekten Sitz des Laufrads, den Rotor und den Abstand zwischen Belag und Bremsscheibe.

Schleift eine Scheibenbremse nach dem Laufradwechsel, löse die Bremssattelschrauben leicht, ziehe den Bremshebel und ziehe die Schrauben anschließend gleichmäßig wieder an. Bleibt das Schleifen bestehen, kann der Rotor verbogen sein. Ein dauerhaftes Geräusch lässt sich nicht sinnvoll durch stärkeres Ziehen am Bremshebel beheben.

Wann die Werkstatt die bessere Entscheidung ist

Eine saubere Grundeinstellung gelingt zu Hause meist gut. Ich würde aber aufhören, wenn die Einstellschrauben kaum noch Wirkung zeigen, die Kette trotz korrekter Reihenfolge über mehrere Ritzel springt oder das Schaltwerk sichtbar schief steht. Dann ist ein Schaltaugen-Richtwerkzeug oder eine Verschleißprüfung nötig.

Auch eine gelängte Kette kann die Einstellung scheinbar unmöglich machen. Als grobe Orientierung gilt bei 11- und 12-fach-Antrieben, dass eine verschlissene Kette oft früher ersetzt werden sollte als bei älteren 8- oder 9-fach-Systemen. Entscheidend ist eine Messung mit einer geeigneten Kettenlehre, nicht das Gefühl beim Treten.

Nach jeder Reparatur folgt eine kurze Probefahrt in ruhiger Umgebung. Prüfe alle Gänge unter leichter Last, bremse mehrfach kräftig und achte darauf, dass die Kette weder nach außen noch nach innen abläuft. Erst wenn Schaltung und Bremsen zuverlässig funktionieren, gehört das Werkzeug wieder in die Tasche und das Fahrrad auf die nächste Tour.

Der letzte Check vor der nächsten langen Ausfahrt

Für die meisten Probleme reicht eine klare Reihenfolge: Zustand prüfen, Schaltwerk einstellen, Umwerfer ausrichten, Bremsen kontrollieren und danach unter realer Last testen. Eine Viertelumdrehung mit anschließender Prüfung bringt dich meist weiter als hektisches Drehen an mehreren Schrauben.

Wenn die 105 nach dieser Prozedur immer noch rattert oder die Kette nicht zuverlässig läuft, ist das kein persönliches Versagen. Oft steckt dann ein verschlissenes Ritzelpaket, ein beschädigter Zug oder ein verbogenes Schaltauge dahinter. Genau diese Grenze zu erkennen, macht eine gute Einstellung aus und sorgt dafür, dass du unterwegs nicht wegen eines vermeidbaren Schaltproblems stehen bleibst.

Dieser Artikel dient ausschließlich Informations- und Bildungszwecken. Das Material wurde mit Unterstützung moderner Analyse- und Sprachwerkzeuge (KI) erstellt. Konsultieren Sie vor einer Entscheidung einen Experten.

Häufig gestellte Fragen

Prüfe zuerst Schaltauge, Züge, Kette und Kassette. Stelle danach das Schaltwerk in der Reihenfolge H-Anschlag, Zugspannung, L-Anschlag und B-Schraube ein. Erst wenn hinten alle Ritzel sauber erreicht werden, folgt der Umwerfer.

Bei einer 11-34-Kassette dienen etwa 10 mm und bei einer 11-36-Kassette etwa 6 mm als Orientierung. Der genaue Wert hängt vom Schaltwerk und der Kassette ab und sollte mit der Modellanleitung abgeglichen werden.

Die Unterkante des äußeren Leitblechs sollte ungefähr 1 bis 3 mm über den Zahnspitzen des großen Kettenblatts liegen und möglichst parallel zu den Kettenblättern verlaufen. Im kleinen Kettenblatt und größten Ritzel sollte der Abstand zum inneren Leitblech etwa 0,5 mm betragen, ohne dass die Kette schleift.

Eine Werkstatt ist sinnvoll, wenn die Einstellschrauben kaum Wirkung zeigen, die Kette trotz korrekter Einstellung über mehrere Ritzel springt oder das Schaltwerk sichtbar schief steht. Mögliche Ursachen sind ein verbogenes Schaltauge, ein beschädigter Zug sowie eine verschlissene Kette oder Kassette.
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Juergen Köster
Mein Name ist Juergen Köster und seit 7 Jahren beschäftige ich mich intensiv mit den Themen Radsport, Camping und Bushcraft. Diese Leidenschaft für das Draußensein hat mich dazu gebracht, hoppsiontour.de ins Leben zu rufen, um meine Erfahrungen und mein Wissen mit Gleichgesinnten zu teilen. Ich lege Wert darauf, Informationen nicht nur zu sammeln, sondern sie auch so aufzubereiten, dass sie für jeden verständlich sind, egal ob Anfänger oder Fortgeschrittener. Bei meinen Beiträgen achte ich stets auf Genauigkeit und Aktualität, damit du dich auf die Ratschläge verlassen kannst, wenn du dein nächstes Outdoor-Abenteuer planst.
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