Karwendelrunde mit dem MTB - Strecke, Planung und Tipps

Juergen Köster

Juergen Köster

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19. Oktober 2026

Zwei Radfahrer auf der Karwendelrunde MTB genießen die Berglandschaft vor einer Hütte.

Eine Runde durch das Karwendel klingt auf der Karte nach einem großen Abenteuer, und genau das ist sie auch. Die klassische Tour verbindet Scharnitz, das Karwendeltal, den Hochalmsattel, den Kleinen Ahornboden, Hinterriß und Mittenwald zu einer anspruchsvollen Mountainbike-Runde mit viel Schotter, langen Anstiegen und alpinem Panorama. Ich zeige dir, welche Variante sinnvoll ist, wie du die Strecke für einen Tag oder als Bikepacking-Tour planst und wo die typischen Fehler liegen.

Die wichtigsten Eckdaten für eine gelungene Karwendelrunde

  • Distanz: Je nach Startpunkt und GPS-Aufzeichnung etwa 69 bis 71 Kilometer.
  • Höhenmeter: Rechne mit ungefähr 1.830 bis 2.140 Höhenmetern.
  • Fahrzeit: Sportliche Fahrer schaffen die Runde in rund 7,5 Stunden, mit Pausen solltest du deutlich mehr Zeit einplanen.
  • Schwierigkeit: Schwer, vor allem wegen der langen Anstiege, der Höhe und einzelner ruppiger Abfahrten.
  • Beste Planung: Für Bikepacking und Fotopausen sind zwei Tage deutlich entspannter als eine schnelle Tagestour.

Zwei Mountainbiker auf der Karwendelrunde MTB genießen die atemberaubende Aussicht auf schroffe Berge und blaue Bergseen.

Was die Karwendelrunde mit dem MTB wirklich ausmacht

Die klassische Runde startet meist am Bahnhof oder am Naturpark-Infozentrum in Scharnitz. Von dort führt die Strecke durch das lange Karwendeltal stetig bergauf. Der erste große Orientierungspunkt ist der Hochalmsattel auf ungefähr 1.800 Metern, nahe dem Karwendelhaus.

Danach ändert sich der Charakter der Tour deutlich. Auf der Abfahrt geht es über Serpentinen zum Kleinen Ahornboden und weiter durch das Johannestal nach Hinterriß. Die Landschaft wirkt dort weit und ruhig, aber die Runde ist noch lange nicht vorbei. Hinterriß folgt ein weiterer kräftiger Anstieg über Vorderbachsau und die Fereinalm, bevor du über Forstwege nach Mittenwald und zurück in Richtung Scharnitz rollst.

Merkmal Richtwert
Start und Ziel Scharnitz, alternativ Mittenwald oder Hinterriß
Distanz Etwa 69 bis 71 km
Höhenmeter Etwa 1.830 bis 2.140 hm
Höchster Punkt Hochalmsattel, ungefähr 1.800 m
Untergrund Forststraße, Schotter, grober Weg und kurze technischere Passagen
Anspruch Konditionell schwer, fahrtechnisch meist S1 bis stellenweise S2

Die Zahlen unterscheiden sich je nach Track, Startpunkt und gewählter Rückfahrt. Ich würde deshalb nicht versuchen, die Runde auf den letzten Kilometer genau zu planen. Entscheidend ist, dass du dich auf einen langen Tag im Gelände und mehrere Stunden ohne schnelle Ausweichmöglichkeit einstellst.

So verläuft die Strecke und wo die schwierigen Stellen liegen

Von Scharnitz zum Karwendelhaus

Der erste Abschnitt ist lang, aber gleichmäßig. Durch das Karwendeltal sammelst du viele Kilometer, bevor die letzten Kehren zum Hochalmsattel deutlich steiler werden. Gerade hier fahren viele zu schnell los und bezahlen den Fehler später mit leeren Beinen.

Ich halte den Anfang bewusst ruhig und fahre die ersten Stunden mit einer Trittfrequenz, bei der ich mich noch problemlos unterhalten kann. Die letzten Höhenmeter zum Sattel dürfen ruhig langsam werden. Je nach Fitness ist dort auch kurzes Schieben völlig normal und kein Zeichen dafür, dass das Bike falsch gewählt wurde.

Abfahrt zum Kleinen Ahornboden

Die Abfahrt belohnt den langen Anstieg, ist aber kein einfacher Forststraßen-Autobahnabschnitt. Schotter, enge Kehren, lose Steine und Gegenverkehr verlangen kontrolliertes Tempo. Besonders mit Bikepacking-Gepäck solltest du vor Kurven früh bremsen und nicht versuchen, die Geschwindigkeit aus dem oberen Teil mitzunehmen.

Der Kleine Ahornboden ist der landschaftliche Höhepunkt der Runde. Nimm dir dort Zeit, statt nur für ein Foto anzuhalten. Die markanten Ahornbäume und die Felswände zeigen sehr eindrucksvoll, warum die Strecke nicht nur sportlich, sondern auch landschaftlich zu den Klassikern der Region gehört.

Hinterriß und der zweite Anstieg

Nach der Abfahrt erreichst du Hinterriß, die einzige dauerhaft bewohnte Siedlung im Karwendel. Das ist ein sinnvoller Punkt für eine längere Pause, Wasser und eine realistische Einschätzung der eigenen Kräfte.

Viele unterschätzen, dass danach noch ein kräftiger Gegenanstieg über Vorderbachsau und die Fereinalm wartet. Der Abschnitt kann sich nach der langen Abfahrt überraschend hart anfühlen. Bei nassem Wetter oder hohem Wasserstand ist außerdem die Querung des Fermersbachs nicht banal. Nach starken Regenfällen solltest du die aktuelle Situation prüfen und niemals blind durch schnell fließendes Wasser fahren.

Die entspanntere Rückfahrt

Wer die letzten steilen Anstiege vermeiden möchte, kann ab Hinterriß über Vorderriß und Wallgau zurückfahren. Diese Variante ist ungefähr zehn Kilometer länger, hat aber weniger Höhenmeter und kann nach einem langen Tag die bessere Entscheidung sein.

Für mich ist das keine Notlösung, sondern eine sinnvolle Ausweichroute, wenn Wetter, Müdigkeit oder ein technisches Problem die ursprüngliche Planung verändern. Eine längere, fahrbare Rückfahrt ist besser als ein erzwungener Anstieg, bei dem die Sicherheitsreserven fehlen.

Für wen die Runde geeignet ist

Die Tour richtet sich an erfahrene Mountainbiker mit guter Grundausdauer. Du musst kein Rennfahrer sein, solltest aber in der Lage sein, 70 Kilometer und rund 2.000 Höhenmeter an einem Tag zu bewältigen. Wer regelmäßig drei bis fünf Stunden im Mittelgebirge fährt, hat eine brauchbare Basis, sollte die Höhenmeter im Karwendel aber nicht unterschätzen.

Fahrtechnisch ist die Runde weniger ein Trail-Abenteuer als eine anspruchsvolle alpine Schottertour. Trotzdem kommen auf den Abfahrten lose Untergründe, enge Kurven und steilere Passagen zusammen. Ein Hardtail mit griffigen Reifen reicht für viele Fahrer aus; ein vollgefedertes MTB bietet mit Gepäck mehr Komfort und Reserven.

Fahrertyp Meine Einschätzung
Einsteiger ohne Bergerfahrung Nicht empfehlenswert, vor allem wegen Länge, Höhenmetern und alpiner Abfahrt.
Trainierter Hobbyfahrer Machbar als Tagestour bei stabilem Wetter und früher Abfahrt.
Technisch sicherer MTB-Fahrer Sehr passende Runde mit abwechslungsreichen Untergründen und langen Abfahrten.
E-MTB-Fahrer Gut machbar, aber Akkuplanung, Gewicht und Reichweite müssen stimmen.
Bikepacking-Einsteiger Besser als Zweitagestour mit leichtem Gepäck und reservierter Unterkunft.

Ein E-MTB macht die Anstiege nicht automatisch leicht. Mit Gepäck, niedrigen Temperaturen oder hoher Unterstützungsstufe kann der Akku deutlich früher leer sein als erwartet. Ich würde nur mit einem E-MTB starten, wenn Reichweite, Ladeplanung und ein Notfallplan für den Rückweg wirklich geklärt sind.

Als Bikepacking-Tour planen

Die klassische Runde lässt sich an einem Tag fahren, aber für Bikepacking ist eine Aufteilung auf zwei Tage oft die bessere Variante. Dadurch bleibt Zeit für den Kleinen Ahornboden, eine Hütteneinkehr und kleine Reparaturen, ohne dass jede Verzögerung sofort zum Problem wird.

Eine mögliche Planung führt am ersten Tag von Scharnitz durch das Karwendeltal bis zum Bereich des Karwendelhauses und weiter in Richtung Hinterriß. Am zweiten Tag folgt die Rückfahrt über Vorderbachsau und die Fereinalm oder über die längere, höhenmeterärmere Variante via Vorderriß und Wallgau. Die konkrete Übernachtung musst du früh sichern, denn die Kapazitäten in den Hütten und Unterkünften sind begrenzt.

Wildcamping und spontanes Zelten sind im Naturpark keine gute Option. Der Naturpark Karwendel weist darauf hin, dass Campieren nur auf ausgewiesenen Campingplätzen erlaubt ist. Für eine mehrtägige Runde bedeutet das praktisch, dass du eine Hütte, eine Pension oder einen offiziellen Campingplatz außerhalb des Schutzgebiets einplanst.

Beim Gepäck gilt für diese Strecke weniger ist mehr. Ich würde ungefähr 5 bis 8 Kilogramm zusätzliches Gepäck anstreben und alles vermeiden, was du nur aus einem Sicherheitsgefühl heraus einpackst. Eine kompakte Regenjacke, warme Schicht, Erste-Hilfe-Set, Ladegerät, Wasserfilter oder Reinigungstabletten und ein vollständiges Reparaturset sind wichtiger als Ersatzkleidung für jeden Wetterwechsel.

Eine gute Grundlage für die Auswahl von Taschen, Schlafsystem und Kleidung findest du im Beitrag über Bikepacking. Für die Karwendelrunde würde ich das Setup anschließend noch einmal deutlich leichter halten, weil jeder zusätzliche Liter an den langen Anstiegen spürbar wird.

Lesen Sie auch: Bikepacking in Deutschland planen - Route, Ausrüstung und Zelt

Meine Packliste für die Runde

  • Werkzeug: Ersatzschlauch, Flickzeug, Pumpe, Kettennietstift, Reifenheber und kleines Multitool.
  • Wasser: Mindestens 2 Liter Startkapazität, bei warmer Witterung mehr.
  • Verpflegung: Etwa 60 bis 90 Gramm Kohlenhydrate pro Stunde, abhängig von Tempo und Körpergewicht.
  • Bekleidung: Wind- und Regenschutz, warme Extraschicht, Handschuhe und trockene Ersatzsocken.
  • Navigation: Offline-GPX, geladener Akku und eine kleine Papier- oder Offlinekarte als Reserve.
  • Sicherheit: Erste-Hilfe-Set, Rettungsdecke und vollständig geladenes Mobiltelefon.

Beim Essen plane ich nicht erst für den Hunger, sondern beginne nach etwa 30 bis 45 Minuten mit kleinen Portionen. Riegel, Brot, Banane und ein leicht verträgliches Getränk funktionieren für mich besser als ausschließlich süße Gels. Entscheidend ist, dass du regelmäßig isst, bevor die Leistung deutlich abfällt.

Startpunkt, Anreise und beste Jahreszeit

Scharnitz ist der klassische Ausgangspunkt und mit der Bahn gut erreichbar. Auch Mittenwald eignet sich als Start, wenn du auf deutscher Seite übernachten oder das Auto dort abstellen möchtest. Wer in Hinterriß beginnt, verändert die Belastungsverteilung und nimmt je nach Richtung einen anderen Teil des langen Anstiegs zuerst in Angriff.

Für eine Tagestour würde ich möglichst früh starten. Sieben bis acht Stunden reine Fahrzeit werden durch Pausen, Fotostopps, Orientierung und eventuelle Schiebepassagen schnell zu zehn Stunden unterwegs. Spätestens am frühen Nachmittag solltest du wissen, ob die geplante Variante noch realistisch ist.

Das beste Zeitfenster liegt normalerweise in den schneefreien Sommer- und Herbstmonaten. Im Naturpark gilt auf den ausgewiesenen Mountainbike-Routen vom 1. November bis 31. März ein Fahrverbot. Zusätzlich können Schnee, Forstarbeiten, beschädigte Brücken, Muren oder Hochwasser einzelne Abschnitte unpassierbar machen.

Vor dem Start prüfe ich deshalb immer den aktuellen Tourenstatus, das Wetter für die Höhenlage und mögliche Sperren. Eine Vorhersage für Scharnitz im Tal reicht nicht aus, wenn du mehrere Stunden später auf fast 1.800 Metern unterwegs bist. Gewitter und kalter Regen sind im Karwendel keine kleinen Unannehmlichkeiten, sondern können die Rückfahrt ernsthaft erschweren.

Sicher und respektvoll durch den Naturpark

Im Tiroler Teil dürfen Fahrräder nicht einfach jede Forststraße benutzen. Entscheidend sind die offiziell freigegebenen und ausgeschilderten Mountainbike-Routen. Der Naturpark Karwendel bittet außerdem darum, auf den markierten Wegen zu bleiben, Absperrungen zu respektieren und Wanderer nur mit deutlich reduzierter Geschwindigkeit zu überholen.

Das ist nicht nur eine rechtliche Frage. Abseits der Route können Böden, Pflanzen und Rückzugsräume von Wildtieren beschädigt werden. Besonders in der Dämmerung steigt die Störung für Tiere deutlich, deshalb plane ich die Runde so, dass die letzten Kilometer nicht bei Dunkelheit gefahren werden müssen.

  • Wetterumschwung: Bei Gewitterwarnung nicht erst den höchsten Punkt abwarten, sondern frühzeitig umplanen.
  • Wasserquerungen: Nach Starkregen die Situation am Fermersbach besonders kritisch beurteilen.
  • Abfahrten: Mit Gepäck mehr Bremsweg einplanen und Kurven nicht schneiden.
  • Hütten und Verpflegung: Öffnungszeiten und Übernachtungen vorab prüfen, statt auf eine spontane Einkehr zu hoffen.
  • Navigation: GPS nicht blind folgen, wenn der Track über eine gesperrte oder offensichtlich beschädigte Strecke führt.

Der häufigste Fehler ist aus meiner Sicht nicht mangelnde Kondition, sondern eine zu knappe Zeitplanung. Wer die Runde mit 25 Kilometern pro Stunde kalkuliert, schaut nur auf die flachen Abschnitte und blendet Höhenmeter, Untergrund und Pausen aus. Mit einem realistischen Schnitt, ausreichend Reserven und einer klaren Abkürzungsoption wird die Tour deutlich sicherer.

Meine Entscheidungshilfe für die Karwendelrunde

Wenn du die Region erstmals mit dem Mountainbike erkundest, würde ich die klassische Runde als schwere Tagestour ohne unnötige Zusatzschleifen fahren. Starte in Scharnitz, fahre früh los, nimm am Hochalmsattel und in Hinterriß eine ehrliche Standortbestimmung vor und behalte die Rückfahrt über Wallgau als Reserve im Kopf.

Für Bikepacking ist die Zweitagestour die angenehmere Wahl. Sie passt besser zum Charakter des Karwendels, lässt Raum für Wetter und Pausen und verhindert, dass du eine der schönsten Landschaften der Runde nur im Vorbeifahren erlebst.

Mit einem passenden MTB, leichtem Gepäck, stabiler Wetterlage und genügend Zeit ist die Karwendelrunde ein beeindruckendes Alpenabenteuer. Sie belohnt nicht denjenigen, der am härtesten startet, sondern den, der seine Kräfte einteilt und unterwegs bereit ist, die Planung an die Bedingungen anzupassen.

Dieser Artikel dient ausschließlich Informations- und Bildungszwecken. Das Material wurde mit Unterstützung moderner Analyse- und Sprachwerkzeuge (KI) erstellt. Konsultieren Sie vor einer Entscheidung einen Experten.

Häufig gestellte Fragen

Die Runde ist je nach Startpunkt und Track etwa 69 bis 71 Kilometer lang und umfasst ungefähr 1.830 bis 2.140 Höhenmeter. Sportliche Fahrer benötigen rund 7,5 Stunden reine Fahrzeit, mit Pausen, Fotostopps und Schiebepassagen deutlich länger.

Über Vorderriß und Wallgau ist die Rückfahrt ungefähr zehn Kilometer länger, hat aber weniger Höhenmeter als die Variante über Vorderbachsau und die Fereinalm. Sie kann deshalb bei Müdigkeit, Wetterproblemen oder technischen Schwierigkeiten die sicherere Wahl sein.

Eine Aufteilung auf zwei Tage bietet mehr Zeit für Pausen, den Kleinen Ahornboden und Reparaturen. Plane eine Hütte, Pension oder einen offiziellen Campingplatz ein, sichere die Unterkunft früh und beschränke das zusätzliche Gepäck möglichst auf etwa 5 bis 8 Kilogramm.

Geeignet sind normalerweise die schneefreien Sommer- und Herbstmonate. Auf den ausgewiesenen Mountainbike-Routen gilt vom 1. November bis 31. März ein Fahrverbot. Vor dem Start solltest du außerdem Wetter, Sperren, Forstarbeiten, Brücken und mögliche Hochwasserstellen prüfen.
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Juergen Köster
Mein Name ist Juergen Köster und seit 7 Jahren beschäftige ich mich intensiv mit den Themen Radsport, Camping und Bushcraft. Diese Leidenschaft für das Draußensein hat mich dazu gebracht, hoppsiontour.de ins Leben zu rufen, um meine Erfahrungen und mein Wissen mit Gleichgesinnten zu teilen. Ich lege Wert darauf, Informationen nicht nur zu sammeln, sondern sie auch so aufzubereiten, dass sie für jeden verständlich sind, egal ob Anfänger oder Fortgeschrittener. Bei meinen Beiträgen achte ich stets auf Genauigkeit und Aktualität, damit du dich auf die Ratschläge verlassen kannst, wenn du dein nächstes Outdoor-Abenteuer planst.
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