Eine GORE-TEX-Jacke kann nach einer schlammigen Tour noch jahrelang zuverlässig schützen, wenn sie richtig gewaschen, getrocknet und bei Bedarf neu imprägniert wird. Ich zeige dir, wie du Bekleidung, Schuhe und Handschuhe pflegst, warum die DWR-Imprägnierung nicht dasselbe wie die Membran ist und welche Fehler die Atmungsaktivität beeinträchtigen.
Mit diesen Regeln bleibt GORE-TEX lange funktionstüchtig
- 40 °C und eine kleine Menge Flüssigwaschmittel reichen für die meisten GORE-TEX-Jacken und -Hosen.
- Kein Weichspüler, Pulverwaschmittel, Bleichmittel oder Fleckenentferner verwenden.
- Die DWR-Imprägnierung erst erneuern, wenn Wasser nicht mehr abperlt.
- GORE-TEX-Schuhe nur von Hand reinigen und niemals auf der Heizung trocknen.
- Die Pflegehinweise des jeweiligen Herstellers haben immer Vorrang.

Was bei der Pflege wirklich geschützt werden muss
GORE-TEX besteht nicht einfach aus einem wasserdichten Stoff. Die Membran hält Regen und Wind ab und lässt Wasserdampf nach außen entweichen. Darüber liegt bei vielen Produkten ein textiles Obermaterial mit einer DWR-Behandlung. Diese Abkürzung steht für „Durable Water Repellent“ und beschreibt eine wasserabweisende Oberfläche, an der Tropfen abperlen.
Wenn diese äußere Behandlung nachlässt, wird das Obermaterial nass. Die Membran kann dabei weiterhin dicht sein, trotzdem fühlt sich die Jacke klamm an und Wasserdampf entweicht schlechter. Genau diesen Unterschied übersehen viele. Ich prüfe deshalb zuerst, ob die Oberfläche Wasser noch abperlen lässt, bevor ich sofort von einer undichten Jacke ausgehe.
Schmutz, Sonnencreme, Insektenschutzmittel, Schweiß und Lagerfeuerrauch greifen die wasserabweisende Wirkung an. Regelmäßiges Waschen ist deshalb kein notwendiges Übel, sondern Teil der Funktionserhaltung. Die Pflegefrequenz hängt vom Einsatz ab, aber nach starkem Schmutz oder deutlichem Geruch sollte die Kleidung gereinigt werden.
Jacke und Hose richtig waschen
Bei Oberbekleidung halte ich mich zuerst an das eingenähte Pflegeetikett. Die allgemeinen GORE-TEX-Empfehlungen sehen für viele Jacken und Hosen eine Maschinenwäsche bei 40 °C vor. Vor dem Waschen schließe ich alle Reißverschlüsse, Klettverschlüsse, Abdeckleisten und Taschen, damit sie das Material nicht unnötig belasten.
Das passende Waschprogramm
- Groben Schmutz abbürsten und alle Reißverschlüsse schließen.
- Bei 40 °C im Schon- oder Pflegeleichtprogramm waschen.
- Nur eine kleine Menge Flüssigwaschmittel verwenden, als Richtwert etwa 30 Milliliter pro Waschladung.
- Einen zusätzlichen Spülgang einstellen, damit möglichst keine Waschmittelreste zurückbleiben.
- Mit möglichst niedriger Drehzahl schleudern, idealerweise höchstens 400 Umdrehungen pro Minute.
Auf Pulverwaschmittel, Weichspüler, Bleichmittel und Fleckenentferner verzichte ich vollständig. Sie können Rückstände hinterlassen oder die Materialeigenschaften beeinträchtigen. Bei einzelnen Flecken gebe ich lieber etwas Flüssigwaschmittel direkt auf die Stelle und spüle gründlich nach.
Die Jacke muss nicht zwingend allein in die Maschine. Ähnliche, leicht verschmutzte Funktionskleidung ist in Ordnung. Stark verschmutzte Baumwollkleidung, Handtücher oder Kleidungsstücke mit groben Metallteilen würde ich jedoch nicht dazulegen.
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Schonend trocknen und DWR auffrischen
Nach dem Waschen kann die Kleidung an der Luft trocknen. Für die Auffrischung der DWR-Imprägnierung empfiehlt die Marke GORE-TEX zusätzlich einen Trockengang von 20 Minuten bei niedriger bis warmer Temperatur. Hohe Hitze ist unnötig und kann Beschichtungen, Klebebänder oder Zubehör beschädigen.
Steht kein Trockner zur Verfügung, kann ich die trockene Jacke bei niedriger Temperatur und ohne Dampf bügeln. Ein dünnes Tuch zwischen Bügeleisen und Material schützt die Oberfläche. Diese Wärmebehandlung ist eine Auffrischung, aber kein Ersatz für eine neue Imprägnierung, wenn die DWR bereits dauerhaft verschlissen ist.
Wann eine neue Imprägnierung nötig ist
Der einfachste Test dauert nur wenige Sekunden. Ich gebe ein paar Tropfen Wasser auf das trockene Obermaterial und neige das Kleidungsstück leicht. Perlt das Wasser ab, ist die DWR noch ausreichend aktiv. Saugt sich der Stoff sichtbar voll und wird dunkel, sollte die wasserabweisende Behandlung aufgefrischt oder erneuert werden.
Ich gehe dabei in zwei Stufen vor. Zuerst wasche und trockne ich das Kleidungsstück korrekt, denn Wärme kann eine noch vorhandene Imprägnierung reaktivieren. Erst wenn die Oberfläche danach weiterhin Wasser aufnimmt, verwende ich ein passendes DWR-Produkt als Pumpspray oder Einwaschimprägnierung.
| Beobachtung | Sinnvolle Maßnahme |
|---|---|
| Wasser bildet Tropfen und läuft ab | Keine zusätzliche Imprägnierung erforderlich |
| Wasser zieht langsam in den Stoff ein | Waschen, trocknen und DWR erneut testen |
| Obermaterial saugt Wasser sofort auf | DWR mit Pumpspray oder geeignetem Waschprodukt erneuern |
| Wasser dringt an Nähten oder Rissen ein | Membran, Nahtband und Reparaturbedarf prüfen |
Bei einem Pumpspray behandle ich die saubere, noch leicht feuchte oder trockene Oberfläche gleichmäßig und entferne Überschüsse nach Herstellerangabe. Danach aktiviere ich das Produkt nur so, wie es auf dem Etikett vorgesehen ist. Eine zu großzügige Dosierung verbessert die Jacke nicht, sondern kann Rückstände und ein klebriges Gefühl verursachen.
Eine wichtige Ausnahme sind Produkte mit außenliegender Membran, etwa bestimmte GORE-TEX-SHAKEDRY-Modelle. Sie dürfen nicht imprägniert, nicht gebügelt und nicht im Trockner getrocknet werden. Hier ist das konkrete Pflegeetikett entscheidend.
GORE-TEX-Schuhe sauber und trocken halten
Bei Schuhen ist Handarbeit die sichere Methode. Zuerst entferne ich Schnürsenkel, Einlegesohlen sowie Sand und Kies. Außen lässt sich der Schmutz mit lauwarmem Wasser, einem Tuch oder einer weichen Bürste lösen. Bei stärkeren Verschmutzungen genügt eine kleine Menge Flüssigwaschmittel.
GORE-TEX-Schuhe gehören nicht in die Waschmaschine. Das Schleudern, die mechanische Belastung und die Hitze können Verklebungen, Sohlenaufbau und Obermaterial beschädigen. Wenn auch der Innenraum gereinigt werden muss, spüle ich vorsichtig mit klarem Wasser und lasse den Schuh danach vollständig abtropfen.
Zum Trocknen stelle ich die Schuhe an einen gut belüfteten Ort bei mittlerer Raumtemperatur. Zeitungspapier kann Feuchtigkeit aufnehmen, sollte aber regelmäßig gewechselt werden. Heizung, Heizlüfter, direkte Sonne und andere starke Wärmequellen vermeide ich, weil Leder und Klebstoffe dadurch hart, spröde oder verformt werden können.
Nach dem vollständigen Trocknen prüfe ich die Oberfläche wieder mit einigen Wassertropfen. Für die meisten Obermaterialien eignet sich ein wasserbasiertes Pumpspray. Wachs und Fett lasse ich weg, denn sie können die Atmungsaktivität deutlich verschlechtern. Bei Lederschuhen gelten zusätzlich die Pflegehinweise des Schuhherstellers.
Handschuhe brauchen eine eigene Behandlung
Handschuhe werden anders belastet als Jacken. Vor der Reinigung schüttle ich groben Schmutz aus dem Inneren und wasche sie mit lauwarmem Wasser von Hand. Eine kleine Menge Flüssigwaschmittel reicht aus. Waschmaschine, chemische Reinigung, Weichspüler und chlorhaltige Bleichmittel sind hier keine gute Idee.
Das Wasser drücke ich sanft von den Fingerspitzen in Richtung Öffnung heraus, ohne den Handschuh auszuwringen. Anschließend trocknen die Handschuhe mit den Fingerspitzen nach oben an der Luft. Direkte Sonne und Heizung können Form, Leder und Isolierung schädigen.
Textilhandschuhe dürfen je nach Pflegeetikett bei niedriger Temperatur in den Trockner. Wenn sie halb trocken sind, ziehe ich sie kurz an und balle die Hand zur Faust. So findet der Handschuh leichter in seine ursprüngliche Form zurück. Bügeln ist bei Handschuhen nicht vorgesehen.
Bei Lederhandschuhen verwende ich nach der Reinigung ein wasserbasiertes Lederpflegemittel, sofern der Hersteller nichts anderes vorgibt. Nasse gefärbte Lederhandschuhe sollten nicht auf heller Kleidung liegen, weil sie abfärben können.
Diese Pflegefehler kosten Funktion und Lebensdauer
Der häufigste Fehler ist die Annahme, eine wasserdichte Jacke müsse möglichst selten gewaschen werden. Tatsächlich lagern sich Schweiß und Fett an, wodurch die Atmungsaktivität und die DWR-Leistung nachlassen. Ich wasche meine Funktionskleidung deshalb lieber korrekt und rechtzeitig, statt sie über Monate mit Schmutz zu belasten.
- Weichspüler verwenden: Er kann einen Film auf den Fasern hinterlassen und die Funktion beeinträchtigen.
- Zu viel Waschmittel dosieren: Mehr Waschmittel bedeutet nicht mehr Sauberkeit, sondern häufig mehr Rückstände.
- Hohe Hitze einsetzen: Heizung, heißer Trockner und Bügeleisen können Beschichtungen und Klebestellen schädigen.
- Zu früh nachimprägnieren: Erst waschen, trocknen und die Abperlprobe durchführen.
- Wachs oder Fett auf Schuhe auftragen: Das kann die Atmungsaktivität des Obermaterials deutlich reduzieren.
- Eine undichte Stelle nur übersprühen: Imprägnierung repariert keine Risse, offenen Nähte oder beschädigten Nahtbänder.
Lagern würde ich die Ausrüstung sauber, vollständig trocken und locker aufgehängt oder liegend. Eine dauerhaft zusammengedrückte Jacke im Packsack gehört nur während des Transports dorthin. Bei einem Riss oder beschädigten Nahtband ist eine fachgerechte Reparatur oft sinnvoller als ein vorschneller Neukauf.
Eine einfache Routine für die nächste Tour
Nach einer normalen Wanderung reicht es meist, die Kleidung auszuschütteln, groben Schmutz zu entfernen und sie vollständig trocknen zu lassen. Nach mehreren intensiven Einsätzen oder Kontakt mit Schweiß, Rauch und Sonnencreme plane ich eine Wäsche bei 40 °C mit wenig Flüssigwaschmittel ein.
Die wichtigste Kontrolle bleibt die Abperlprobe. Perlt Wasser noch ab, muss nichts weiter passieren. Saugt sich das Obermaterial voll, beginne ich mit Waschen und Wärme und greife erst danach zu einem geeigneten DWR-Pumpspray. So bleibt meine Ausrüstung funktionstüchtig, ohne dass ich unnötig Pflegeprodukte verbrauche.